Behandlungsschwerpunkte

Die Wirbelsäule

Das Kreuz mit dem Kreuz oder aufrecht durchs Leben

In großen Studien Ende der 80iger Jahre wurden bei der Mehrheit der kernspinntomographisch untersuchten Personen Bandscheibenvorfälle diagnostiziert, obwohl diese zu keinem Zeitpunkt ihres Lebens an Rückenschmerzen gelitten hatten. Diese Erkenntnis hat ein Umdenken in der Einschätzung und Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule eingeleitet. Heute geht man davon aus, dass ein großer Teil der Schmerzen des Rückens funktioneller Natur sind. Ein falsches Zusammenspiel der an der Bewegung beteiligten Komponenten der Rückenanatomie, Fehl- und Überbelastungen, Dauerbelastungen und Stress in jeder Form spielen eine große Rolle in der Entstehung von Rückenschmerzen.

Für jeden Therapeuten war es eine tiefgreifende Erkenntnis, dass strukturelle Schäden wie Bandscheibenvorfälle, Verschleißerscheinungen, Verletzungen oder die Osteoporose nur einen kleineren Teil als Ursache für Rückenschmerzen ausmachen.

80 % der Bevölkerung leiden irgendwann in ihrem Leben an Rückenschmerzen. Eine der wohl anspruchsvollsten Aufgaben in der Orthopädie ist die Unterscheidung zwischen Strukturschäden,  funktionsbedingten Schmerzen mit guter Prognose oder Schmerzen mit Chronifizierungstendenzen. Eine ausführliche Untersuchung steht daher in der Diagnostik von Rückenschmerzen im Vordergrund. Weil bildgebende Verfahren isoliert eingesetzt fehlleiten können, bildet die Kombination einer eingehenden und funktionellen Betrachtungsweise mit der notwendigen Bilddiagnostik die Basis für eine erfolgsversprechende Behandlung.

Die Erfahrung mit Rückenschmerzpatienten, die wir in den letzten zwanzig Jahren in unserer Tätigkeit gesammelt haben und die Einbeziehung der neuen Forschungsentwicklung hat in uns die Überzeugung reifen lassen, dass eine differenzierte und gut abgestimmte konservative Therapie in den allermeisten Fällen zur Besserung führt. Zu den individuellen Maßnahmen gehören Infiltrationen der Facettengelenke, Chirotherapie, Akupunktur, Tiggerpunkttherapie, Physiotherapie und Neuraltherapie. Nicht zuletzt erweist sich die Zeit für Gespräche über Ursache und Wirkung der Schmerzen, über die allgemeine Lebensführung und die ausgeübte Achtsamkeit für erfolgsfördernd. Nur in seltenen Fällen bleibt bei Berücksichtigung der von den Fachgesellschaften erstellten „Leitlinien Rückenschmerz“ ein operativer Eingriff unumgänglich.  Wenn dieser Fall gegeben ist, dann bahnt eine ausführliche Beratung und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Zentren den Weg im Sinne des operativen Erfolges. Gerne beraten wir Sie zu einer Therapie Ihres Rückens/ Wirbelsäule umfassend in unserer Orthopädie-Praxis in Frankfurt.